Auswirkungen der Maut auf die Transportkosten und Frachtpreise

Die Maut ist ein starker Kostentreiber bei den Transportkosten. In den letzten Jahren stieg die Lkw Maut in Deutschland mehrfach an. Generell sind alle LKW oder Fahrzeuge ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen auf den deutschen Autobahnen und Bundesstraßen mautpflichtig. Dies gilt einschließlich aller Fahrzeugkombinationen wie Anhänger, Sattelzüge.

Die Historie der LKW-Maut in Deutschland

Am 01. Januar 2005 wurde die LKW-Maut eingeführt. Zunächst waren nur die Autobahnen und stark frequentierte Bundesstraßen mautpflichtig. Da viele Fahrzeuge versucht haben die Maut auf der Autobahn zu umgehen, sind sie auf umliegende nicht mautpflichtige Bundesstraßen ausgewichen. Aus diesem Grund wurde ab Oktober 2018 die Maut auf alle deutschen Bundesstraßen erweitert. Im Januar 2019 wurden die neuen Gebührensätze eingeführt.

Berechnung der Maut

Aktuell setzen sich die Mautsätze aus der Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Infrastrukturbelastung zusammen. Die Schadstoffklasse, die Gewichtsklasse und die Achsenzahl des betreffenden Fahrzeuges bestimmen die Höhe der Mautsätze. Das bedeutet, dass beispielsweise bei einem Fahrzeug mit einer schlechten Schadstoffklasse, der Mautsatz bei der Luftverschmutzung höher ist. Der Anteil der Lärmbelästigungskosten ist konstant gleich hoch. Der Mautsatzanteil der Infrastrukturbelastung ist abhängig von der Achsenanzahl und der Gewichtsklasse. Je mehr Achsen das Fahrzeug besitzt oder je höher das Gewicht des LKWs, desto höher ist der Anteil an der Infrastrukturbelastung.

Beispiel für eine Berechnung des Mautsatzes pro Kilometer:

Kosten für Luftverschmutzung: 3,2 Cent/ km
Kosten für Lärmbelästigung: 0,2 Cent/ km
Anteil für die Infrastruktur: 8,0 Cent/ km

Mautsatz: 11,4 Cent/ km

Die Maut ergibt sich, indem die Mautsätze aufaddiert werden und mit der Länge der mautpflichtigen Strecke multipliziert werden.

Die Logistik wird teurer!

Mit der Maut Ausweitung 2018 sind über 52.000 statt 15.000 Straßenkilometer mautpflichtig. Diese 3,5-fache Ausweitung der mautpflichtigen Straßen führt zu einem Kostenschub im Straßengüterverkehr von 2 Milliarden Euro. Durch die Erhöhung der Mautgebühren im Januar 2019 werden Kosten in Höhe von 500 Millionen verursacht.

Auswirkungen der Mauterhöhung auf den Kunden

Die Mehrbelastung durch die Maut spielt für die Unternehmen eine beträchtliche Rolle in der Kostenstruktur. Diese ist vielschichtig und beinhaltet mehr als auf den ersten Blick ersichtlich.

Viele Gewerbetreibende, die ihre Transportleistung überwiegend auf Bundesstraßen erbringen, werden nun erstmals mit Mautkosten konfrontiert. Generell hat sich bei den Speditionen die Kostenstruktur geändert. Denn der Anteil der Mautkosten an den Gesamtkosten ist mit 10% sehr hoch.

Die Mehrbelastung für die Transportunternehmer ist so groß, dass sie zwangsläufig diese Kosten auf den Kunden umlegen. Somit werden im Umkehrschluss alle Produkte, die auf deutschen Autobahnen oder Bundesbahnen transportiert werden, teurer.

Ein Beispiel verdeutlicht die Auswirkungen der neuen Mautverordnung: Wenn ein 40 Tonnen LKW eine Strecke von 400 km jeweils zur Hälfe auf der Bundesstraße und auf der Autobahn fährt, dann musste das Transportunternehmen vor der Mauterhöhung ungefähr 20 Euro Maut bezahlen. Nach Einführung der neuen Mautgebühren belaufen sich nun die Kosten auf 46€. Die Kosten haben sich zum einen durch die doppelte mautpflichtige Strecke verdoppelt und darüber hinaus verlieren schadstoffarme LKWs nach der Euronorm Sechs ihre bisherigen Vergünstigungen. Was ebenfalls die Maut steigen lässt.

Zu beachten ist hierbei, dass bereits bei der Anlieferung des Materials zu Günther + Schramm Mautkosten entstehen, die der Lieferant Günther + Schramm in Rechnung stellt. Darüber hinaus fallen Mautkosten an, wenn G+S das Material an den Kunden beliefert. Bei jeder Leerfahrt (meistens Rückfahrt) fallen ebenfalls Mautgebühren an, die in der Kostenstruktur berücksichtigt werden müssen.

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