Ermittlung von Aluminiumpreisen: die Einflussfaktoren

Der künftige Bedarf an Aluminium dürfte einerseits von den vorteilhaften Eigenschaften und andererseits von Gesichtspunkten der Ökolo­gie mitbestimmt werden. Dabei spielt die Recyclingfähigkeit - Aluminium kann ohne Quali­tätsverlust recycelt werden - eine große Rolle. Das wirkt sich auf die Preisgestaltung des Werkstoffs an der Börse aus. Wie sich der Aluminiumpreis pro Tonne zusammensetzt und welche Einflüsse Branchenentwicklung und Krisensituationen wie die derzeitige Corona-Pandemie haben, erläutern wir hier:

Was ist Aluminium?

Aluminium ist nach Eisen das meistgenutzte Metall. Das Leichtmetall besitzt eine Dichte von 2,7g/cm3 und ist somit um ca. ein Drittel leichter als Stahl. Aluminium zählte im Periodensystem früher zu den Erdmetallen. Das silbrig-weiße Leichtmetall ist das dritthäufigste Element in der Erdhülle - nach Sauerstoff und Silizium - und in der Erdkruste das häufigste.

Das leichte und korrosionsbeständige Material setzt sich vor allem im Fahrzeugbau durch. Als Verpackungsmaterial in der Lebensmittelindustrie kann es ebenso überzeugen. Außerdem wird es in der Elektroindustrie aufgrund der guten elektrischen Leitfähigkeit verwendet. Aluminium ist reaktionsfreudig, daher gilt es als unedles Metall. An der Luft reagiert das Metall mit Sauerstoff und bildet eine dünne Schicht aus Aluminiumoxid. Wegen dieser Schicht wirkt Aluminium matt. Darüber hinaus leitet der Stoff Wärme gut.

Wie sich der Aluminiumpreis pro Tonne zusammensetzt und welche Einflüsse Branchenentwicklung und Krisensituationen wie die derzeitige Corona-Pandemie haben, erläutern wir hier:

    • 1. aktueller Preis an der Börse

      Der Preis für Aluminium hängt eng mit der Börsenentwicklung zusammen, daher schwankt der Wert pro Tonne täglich. Aluminium wird an der London Metal Exchange (LME) gehandelt. Hier lassen sich die Preise tagesaktuell einsehen. Die Entwicklung des Aluminiumpreises ist anhand von Charts und Aktienkursen für verschiedene Jahre nachvollziehbar.

    • 2. Herstellform

      Die Form der Produktion hat eine direkte Auswirkung auf den Preis. Es gibt zwei wesentliche Verfahren für die Herstellung von Aluminium. Die Gewinnung erfolgt entweder über die Herstellung aus Mineralien (Primärgewinnung) oder durch Recycling. Es gibt zahlreiche Aluminiumverbindungen (in Mineralen) und Rohstoffe. Beispielsweise sind Saphire und Rubine natürlich vorkommende Aluminiumoxid-Verbindungen. Hergestellt wird Aluminium dann über Aluminium-Erz (Bauxit genannt). Dieses Gestein findet man in Australien, China und Brasilien. Das Verfahren zur Gewinnung benötigt viel Energie. Aus diesem Grund wird gebrauchtes Aluminium recycelt. Um Aluminium aus Schrotten herzustellen wird nur 5 % von der gesamten Energie benötigt, die zur Herstellung aus Primäraluminium (Aluminium-Erz) anfällt. Die Folge: Je nachdem wie aufwendig die Produktion von Aluminium ist, verändert sich der Aluminiumpreis. Neu gewonnenes Aluminium ist teurer als recyceltes Material. Letzteres wird ausgehend vom reinen Schrottpreis und den Recyclingkosten kalkuliert.

    • 3. Nachfrage und Angebot

      Eine weitere wichtige Rolle für den Markt und die Preisentwicklung spielen Angebot und Nachfrage. Wie für jeden anderen Rohstoffmarkt gilt für Aluminium - je höher die Nachfrage, desto geringer das Angebot und desto teurer der Einkauf. Genauso umgekehrt: Je niedriger die Nachfrage, desto größer das Angebot und desto geringer der Preis. Bei Aluminium, das aus Schrott recycelt wird, spielen die Schrottpreise eine Rolle für den Aluminiumpreis.

    • 4. Wiederbeschaffung und Kundenumsatz

      Wer regelmäßig bei demselben Händler oder Produzenten einkauft, spart in der Regel Geld durch bessere Einkaufskonditionen z.B. durch Bündelungseffekte und reduzierte Logistikkosten.

      Und: Es lohnt sich nicht nur im Hinblick auf den Preis, Dienstleistern und Lieferanten treu zu bleiben. Ein weiterer Aspekt ist das Thema Service: Mit der Zeit kennt der Dienstleister die Anforderungen und Abstände, in denen der treue Kunde Materialien benötigt. Er kann diese dann nach Bedarf vorhalten. Das senkt ebenfalls die Kosten, da Aufträge dadurch planbar sind.

      Als Systempartner bietet Günther + Schramm neben zuverlässiger Lieferung und Bevorratung der Materialien bis zum Bedarf auch verschiedenste Anarbeitungsleistungen.

    • 5. Handelslänge oder Fixlänge

      Werkseitiger Aluminiumeinkauf in großen Mengen erfolgt durch Großhändler oder Großverbraucher, die die Ware im eigenen Unternehmen weiterverarbeiten möchten.

      Zusätzlich zu produktionsüblichen Handelslängen bieten viele Großhändler auch die Bearbeitung der entsprechenden Materialien an.

      Services wie Sägen, Entgraten, Anfasen, Zentrieren, o.ä. werden entweder als eigene Kondition ausgewiesen oder anteilig in den Materialpreis eingerechnet.

    • 6. Bedarf pro Position und Gesamtauftrag

      Die logische Schlussfolgerung für Großbestellungen lautet geringere Preise auf den Gesamtauftrag. Unternehmen mit kleinteiligen Bestellungen zahlen pro Position einen höheren Preis. Der Grund dafür ist der höhere Aufwand fürs Handling, der stärker ins Gewicht fällt.

    • 7. Handling, Transport und Verpackung

      Kundenseitige Vorgaben an Handling (beispielsweise ohne Magnete), Verpackung (Verpackungsaufwand und Kosten für Verpackungsmittel) sowie Transport (u.a. Platzbedarf) haben einen Preisunterschied zur Folge.

    • 8. Weiteres

      Einen deutlichen Kostenunterschied können beim Einkauf strategische Gründe machen. Dazu gehören aufseiten des Verkäufers beispielsweise Aspekte wie Bestandsabbau oder neue Produkte.

Wo kann ich mich über aktuelle Nachrichten rund um Aluminium informieren?

News rund um den Rohstoff Aluminium gibt es neben der LME auch über den Gesamtverband der Aluminiumindustrie e. V. (GDA). Der Verband bietet unter anderem ein Aluminium-Lexikon an. Dort werden sämtliche Fachbegriffe rund um den Rohstoff von A bis Z erläutert. Auf der Startseite sind außerdem aktuelle Informationen und Nachrichten rund um die Branche zu finden.

Noch Fragen?

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